Bitcoin fällt auf 82.000 $, da Bedenken über den Zollkrieg die Märkte belasten
Da die globalen Märkte weiterhin mit eskalierenden Handelskonflikten zu kämpfen haben, hat auch Bitcoin einen deutlichen Rückschlag erlitten. Die führende Kryptowährung fiel am Sonntag auf rund 82.000 $ und verzeichnete damit einen Rückgang im Einklang mit den allgemeinen Finanzmärkten. Angesichts der jüngsten Zollerhöhungen von US-Präsident Donald Trump zögern viele Händler, in dieser unsicheren Lage mutige Entscheidungen zu treffen.
Die wachsende Auswirkung von Zollandrohungen
Der Rückgang des Bitcoin-Kurses in dieser Woche ist ein klares Zeichen für die zunehmende Nervosität am Markt. Nachdem Präsident Trump Pläne für einen 25-prozentigen Zoll auf Autoimporte angekündigt hatte, begannen Händler, ihre Krypto-Investitionen zu überdenken. Die Zollstrategie betrifft nicht nur Autos – es gibt auch Diskussionen über Zölle auf Pharmazeutika, was die Angst vor weiterer Marktinstabilität verstärkt. Trumps Bemerkungen über den „Tag der Befreiung“ am 2. April, an dem die neuen Zölle in Kraft treten sollen, haben die Unsicherheit zusätzlich verschärft.
Offensichtlich ist Unsicherheit das, was der Kryptomarkt am wenigsten mag – und genau das passiert gerade. Es geht nicht mehr nur um die Einführung von Zöllen, sondern um die Unvorhersehbarkeit ihrer Umsetzung. An einem Tag werden Zölle angekündigt, am nächsten wieder zurückgenommen oder angepasst. Dieses chaotische Hin und Her hat ein Umfeld geschaffen, in dem Investoren zögern, in risikoreiche Assets wie Bitcoin zu investieren. Für erfahrene Marktteilnehmer könnte das ein Hinweis auf weitere Turbulenzen sein.
Wachsende wirtschaftliche Sorgen setzen Bitcoin unter Druck
Nicht nur die Zölle belasten den Bitcoin-Kurs. Auch die wirtschaftlichen Daten aus den USA zeichnen ein besorgniserregendes Bild. Die Personal Consumption Expenditures (PCE)-Daten für März zeigen einen Anstieg der Inflation, während das Verbrauchervertrauen auf ein 12-Jahres-Tief gefallen ist. Dies deutet auf eine sich verschlechternde wirtschaftliche Lage hin und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Rezession. Goldman Sachs hat kürzlich seine 12-Monats-Rezessionswahrscheinlichkeit von 20 % auf 35 % angehoben – eine deutliche Anpassung der bisherigen Prognosen.
Zusätzlich sind die Aktien-Futures gefallen, wobei der DOW um 206 Punkte nachgab und der S&P 500 um 0,7 % sank. Wie erwartet folgte der Bitcoin-Kurs diesem Trend und bewegte sich im Gleichschritt mit den Aktienmärkten. Der S&P 500 wird voraussichtlich den Monat mit einem Verlust von 6,3 % abschließen, während der Nasdaq und der DOW um 8,1 % bzw. 5,2 % gefallen sind.
Mit schwindendem Vertrauen sinkt auch die Risikobereitschaft. Bitcoin, das oft als Absicherung gegen wirtschaftliche Unsicherheit betrachtet wird, gerät nun selbst unter Druck. Händler ziehen sich zurück, da sie angesichts der negativen Marktstimmung keine zusätzlichen Risiken eingehen wollen. Bei der aktuellen Volatilität ist es wenig überraschend, dass Bitcoin Mühe hat, sich zu behaupten.
Gibt es positive Zeichen für Bitcoin?
Trotz der bärischen Stimmung gibt es Anzeichen dafür, dass institutionelle Investoren langfristig weiterhin optimistisch bleiben. Am 30. März veröffentlichte Michael Saylor, CEO von Strategy, seinen berühmten Bitcoin-Chart und zeigte damit, dass einige Marktteilnehmer weiterhin an das Potenzial der Kryptowährung glauben. Zudem verzeichnen Bitcoin-ETFs anhaltende Zuflüsse – allein in der vergangenen Woche wurden 196 Millionen Dollar investiert. Dieses kontinuierliche Interesse deutet darauf hin, dass einige Marktteilnehmer auf langfristiges Wachstum setzen, selbst wenn die kurzfristigen Aussichten düster erscheinen.
Dennoch bietet das aktuelle Marktumfeld nicht die besten Voraussetzungen für ein starkes Wachstum. Die Bitcoin-Bullen kämpfen zwar um eine Trendwende, doch wiederholte Ablehnungen an höheren Preisniveaus lassen eine Erholung noch in weiter Ferne erscheinen. Analysten korrigieren ihre Prognosen nach unten – einige erwarten mittlerweile, dass Bitcoin in den mittleren 70.000-Dollar-Bereich zurückfallen könnte. Der erfahrene Händler Peter Brandt weist darauf hin, dass Bitcoin möglicherweise einem bärischen Keilmuster folgt, mit potenziellen Kurszielen von bis zu 65.635 $. Trotzdem zeigen die Nettozuflüsse in Bitcoin-Spot-ETFs, dass einige institutionelle Anleger geduldig bleiben.
Fazit
Die kommenden Tage – insbesondere der 2. April – könnten für Bitcoin und die Finanzmärkte entscheidend sein. Was am „Tag der Befreiung“ passiert, könnte darüber bestimmen, ob Bitcoin sich erholt oder weiter abrutscht. Angesichts der fragilen globalen Wirtschaft und der anhaltenden Volatilität im Kryptomarkt bleibt die Lage angespannt.
Während sich Krypto-Händler auf mögliche Folgen der eskalierenden Zölle vorbereiten, bleibt es ein Abwarten und Beobachten. Investoren sollten künftige Ankündigungen und Wirtschaftsdaten im Auge behalten, da diese entweder neue Ängste schüren oder die Klarheit bringen könnten, die für fundiertere Entscheidungen nötig ist.
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